Systemfrage: Konkurrenz oder Gemeinsinn /Die Linke Dortmund, Bochum, Wattenscheid, Duisburg, Essen, Münster, Berlin


Winfried Sobottka für United Anarchists

Kurzlink als URL:  http://wp.me/po3G2-5t

Wundervolle Frauen und

sehr geehrte Männer!

Ich habe nach den Grundsätzen von United Anarchists sehr heftige Kritik am Programmentwurf der Die Linke geäußert – und begründet:

http://freegermanysobottka.blogspot.com/2010/06/fundamentalkritik-programmentwurf-der.html

Ich möchte den Kernpunkt hier etwas näher eräutern:

Bekanntermaßen herrscht in der kapitalistischen Gesellschaft  das Konkurrenzprinzip:  Wer von der Wirtschaft nicht gebraucht wird, dem geht es dreckig,und  um einen sicheren Arbeitsplatz und ein gutes Einkommen zu erzielen, muss man mehr bieten als andere. Nicht unbedingt im Sinne von fachlicher Leistung, es spielen meist auch ganz andere Dinge eine Rolle: Wieviel man an eigener Entrechtung zu schlucken bereit ist (unbezahlte Überstunden, z.B.), wieweit man bereit ist, unsaubere Dinge zu machen usw.

Das Konkurrenzprinzip wird von Sozialisten und Kommunisten als unmenschlich abgelehnt, und damit haben sie völlig recht: Es widerspricht der genetisch verankerten menschlichen Natur, weshalb es eben auch krank macht.

So wird von sozialistisch denkenden Menschen stattdessen das Gemeinschaftsprinzip empfohlen, Karl Marx wollte die Leute durch die Phase der „Diktatur des Proletariats“ dahin erziehen, Albert Einstein dachte da vermutlich an humanere Vorgehensweisen, wurde insofern nicht konkret, hatte das Problem aber eindeutig auch erkannt:

„Unbegrenzte Konkurrenz führt zu einer riesigen Verschwendung von Arbeit und zu dieser Lähmung des sozialen Bewusstseins von Individuen. Diese Lähmung der Einzelnen halte ich für das größte Übel des Kapitalismus. Unser ganzes Bildungssystem leidet darunter. Dem Studenten wird ein übertriebenes Konkurrenzstreben eingetrichtert und er wird dazu ausgebildet, raffgierigen Erfolg als Vorbereitung für seine zukünftige Karriere anzusehen […] Nach meiner Überzeugung gibt es nur einen Weg zur Beseitigung dieser schweren Übel, nämlich die Etablierung der sozialistischen Wirtschaft, vereint mit einer auf soziale Ziele eingestellten Erziehung: Die Arbeitsmittel werden Eigentum der Gesellschaft und werden von dieser planwirtschaftlich verwendet.“

Albert Einstein 1949

In seiner Aussage weist Einstein zugleich noch auf ein anderes Problem der Konkurrenzwirtschaft hin: Verschwendung von menschlicher Arbeit, denn indem Konkurrenzdenken herrscht, wird die Weitergabe von Erkenntnis  behindert, so dass neue Erkenntnisse nicht sofort oder gar nicht allen zugute kommen. Zig Firmen forschen daher an den selben Problemen herum, eine unglaubliche Vergeudung wissenschaftlicher Kapazitäten, und vielerorts wird ineffizienter gearbeitet als nötig, weil einem Erkenntnisse fehlen, die andere längst haben.

Aber das Entscheidende am Konkurrenzmodell ist, dass es nur solange funktionieren kann, wie Wohl und Wehe eines Menschen daran hängen, inwieweit er im Vergleich zu anderen für die Wirtschaft nützlich sein kann.

Das wissen die Kapitalisten natürlich ganz genau, und ganz genau aus diesem Grunde wollen sie partout Arbeitslosenelend und ebenso partout kein gesichertes Grundeinkommen, das ein Leben nach Maßstäben von Menschenwürde erlaubte.

Tatsächlich: Die kapitalistische Gesellschaft würde kollabieren, wenn es ein hinreichendes gesichertes Grundeinkommen gäbe, es wäre der Tod aller Ausbeutung.

Dabei machen manche den Fehler zu meinen, ein gesichertes Grundeinkommen allein sei bereits der Schlüssel zum Paradies. Das ist er allein aber keineswegs, denn: Damit verteilt werden kann, muss geschaffen werden. Und weil das gesicherte Grundeinkommen die Motivation zum Schaffen drastisch reduzierte, wäre, falls sich nicht auch Anderes änderte,  das gesicherte Grundeinkommen nach Maßstäben der Menschenwürde nicht nur der Tod des kapitalistischen Systems, sondern zugleich der Beginn sozialistischer Mangelwirtschaft, wie zig Beispiele planwirtschaftlicher Staaten ja auch bewiesen haben.

Es müsste anstelle der Motivation über Leistungs- und Konkurrenzdruck also etwas anderes her, eine andere Art von Motivation, damit Planwirtschaft nicht zur Mangelwirtschaft würde.

Zum einen jedenfalls ein Plan, der allen Menschen gerecht würde, der sich nach den Bedürfnissen der Menschen, nicht nach vermeintlichen Geistesblitzen von Funktionären richtete.

Zweitens müssten Menschen artgerecht motiviert werden, denn nur dann geben sie erstens im erforderlichen Rahmen ihr Bestes, macht es sie zweitens auch nicht krank, denn auf artgerechte Motivation sind wir ja genetisch eingerichtet.

Was heißt nun artgerechte Motivation?

Ich zitiere am besten aus einer Kurzgeschichte, die sehr viel Substanz enthält:

Niemand auf der Welt wusste besser Bescheid als Henderson, wie man sich selbst oder andere innerlich dorthin bewegte, wo man das Ziel gesetzt hatte. Er appellierte geschickt an menschliche Urinstinkte, seine Abteilung wurde unter seiner Herrschaft zur Sippe für den einzelnen. So will es der Mensch in seinem Grundschema: Er bekommt alles, was seine Triebe überhaupt wollen, von der Sippe, dafür gibt er der Sippe seine ganze Zuwendung. Kein Mensch kann anders, wenn man ihm diese Chance gibt. Henderson beherrschte seine Leute im Guten so gründlich, wie eine Domina den Sklaven im Bösen beherrschte, den sie vollständig von sich abhängig hielt, vom Rest der Welt sozial isoliert. Das wussten Hendersons Leute sogar. Es war ihnen egal. Das System funktionierte nämlich nur so lange, wie Henderson bei seinem Tun nicht an sich, sondern nur an die Sippe dachte, und zwar getragen von wahrer Liebe für jedes einzelne Sippenmitglied. Weil Henderson zur Sippe gehörte, brauchte er nicht an sein eigenes Wohl zu denken. Das tat die Sippe für ihn. Sie gab auch ihm alles, was er für sein Wohlgefühl benötigte, und das gab sie ihm aus Liebe

Quelle: http://www.freegermany.de/apokalypse20xx.html

Es ist im Grunde das, was dem Karl Marx als Endzustand des kommunistisch erzogenen Menschen vorschwebte. Allerdings: Man braucht bereits den so eingestellten Menschen, damit sozialistische Wirtschaft erstens akzepiert wird, zweitens nicht zur Mangelwirtschaft wird.

Also ist es nötig, den Menschen richtig zu erziehen, zum artgerechten Leben hinzuführen, was nichts mit einem Leben in Höhlen oder auf Bäumen zu tun haben muss, sondern auch und sogar leichter vor dem Hintergrund einer modernen Welt machbar ist.

Solange man das Problem nicht anfasst, wird Sozialismus nicht von allen innerlich akzeptiert, und solange man das Problem nicht anfasst, kann Sozialismus mangels Motivation nur Mangelwirtschaft bedeuten.

Herzliche Grüße im Namen von United Anarchists

Ihr

Winfried Sobottka

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