Hitler trug Kriegsschuld, aber das deutsche Volk? / ex-K3-Berlin, Altermedia, NPD Berlin, Polizei Hamburg, Bodo Ramelow


von Winfried Sobottka, United Anarchists

Es ist wohl kein Zufall, dass zwar viel über die Jahre 1933 bis 1945 berichtet wird, dabei aber im Grunde immer nur das Selbe, wobei merkwürdigerweise ganz bestimmte Dinge ausgespart weden. So hatten führende Köpfe in der Wehrmacht schon vor dem Polenfeldzug 1939 genug von Hitler.

Der damalige Stadtkommandant der Wehrmacht von Berlin, Erwin von Witzleben, später im Zusammenhang mit dem Attentat vom 20. Juli 1944 als Widerstandskämpfer hingerichtet, sollte gegen Hitler putschen. Doch von Witzleben traute sich nicht: Nachdem Hitler das Saarland, Österreich, das Sudetenland und die sog. Resttschechei praktisch kampflos an das Deutsche Reich  angeschlossen hatte, genoss er eine ungeheure Sympathie im Volke. Von Witzleben hatte Angst, einen Putsch auszuführen, den das Volk nicht wollte und der deshalb seiner Meinung nach nicht gut ausgehen konnte („Hitler“, Joachim C. Fest).

So populär wäre Hitler nicht geworden, wäre vor allem England nicht an einem starken Deutschen Reich interessiert gewesen: Die Bolschewisten in der Sowjetunion machten auch englischen Kapitalisten Angst, und der Bolschewistenhasser Adolf Hitler schien auf der Basis eines starken Deutschlands genau das richtige Bollwerk gegen Stalins Sowjetunion zu sein.

Vor diesen Hintergründen konnte Hitler sich Dinge erlauben, die ihm laut Vertrag von Versailles verboten waren (Besetzung des Rheinlandes mit deutschen Truppen, Aufbau einer Luftwaffe usw.), vor diesen Hintergründen wurde Hitler der mit Androhung brutalster Waffengewalt erpresste Anschluss Österreichs ebenso möglich wie die kampflose Einnahme des Sudetenlandes, das von England, Frankreich und Italien an Deutschland verschenkt wurde. Unter anderen Umständen hätte er es auch nicht wagen können, die Resttschechei durch Androhung vernichtender Gewalt zum Anschluss zu bewegen.

Hitler selbst hatte jahrelang gezittert, wie lange sein Spiel gutgehen werde, mit dem er sich immer stärker machte und und auf den längst geplanten Krieg vorbereitete. Für ihn war Frankreich deshalb verrückt, weil es nicht längst seine Truppen nach Berlin in Marsch gesetzt hatte („Hitler“, Joachim C. Fest).

Man muss nüchtern feststellen, dass es höchstwahrscheinlich vor dem Polenfeldzug einen Militärputsch gegeben hätte, wenn Hitler nicht aufgrund völliger verfehlter Politik Englands und Frankreichs eine ungeheure Popularität im Volk besessen hätte. Tatsächlich war Angst vor Stalin das Motiv vor allem der englischen Politik gewesen, getrieben von den Interessen des englischen Kapitals. Tatsächlich waren hohe deutsche Militärs gegen den Krieg, selbst Göring, Goebbels und Himmler wollten den Krieg nicht oder nicht wirklich, Fritz Thyssen wollte den Krieg nicht, und viele im Volk wollten den Krieg nicht. Noch im Sommer 2009 sprach ich mit einer alten Frau, die dem Tode schon sehr nah war. Sie war nicht immer geistesklar, aber eines wusste sie noch zu erzählen: Ihre Kochen seien früh von harter Landarbeit abgenutzt worden, weil die Männer im Krieg gewesen seien und die Frauen die harte Arbeit hätten machen müssen. Sie, damals 25, habe einen Brief an die Partei geschrieben, es sei eine Unverschämtheit, einen Krieg anzufangen. Ihre Mutter habe sich gesorgt – doch sie wurde nicht abgeholt.

Mag das deutsche Volk 1914 kriegsbegeistert gejubelt haben – 1939 jubelte man nicht. Das entspricht auch dem, was ich von anderen Zeitzeugen hörte, u.a. von meinen Eltern.

Was man dem deutschen Volk vorwerfen kann, dass sich niemand hinreichend zuständig fühlte, um das abzuwehren. Es reichte, dass Hitler und  von Ribbentrop den Krieg unbedingt wollten, dass es dazu ein paar Generäle gab, die Hitler in allem bestärkten, worin er bestärkt werden wollte. Mehr brauchte es nicht, um ein 80 Millionenvolk in einen Mord- und Selbstmordkrieg zu führen (Angaben aus „Hitler“, Joachim C. Fest).

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Über belljangler
Dipl.-Kfm. Winfried Sobottka, geb. 16.07.1958 in Waltrop, Kreis Recklinghausen, wohnhaft: Karl-Haarmann-Str. 75 in 44536 Lünen, Tel. 0231 986 27 20

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