@ U.A. Kurzinfo zum Prozesstag 11. August 2010


Hallo!

Nach dem Prozesstag zuhause angekommen, habe ich ein wenig gefuttert, schlief dann erst einmal.

Neuberg war nicht da, von dem Rollkommando am 04.12. 2007 war nur die Bullen-Tussi Köppen da. Sie log sich die Hucke voll, verhedderte sich etwas, als ich sie befragte, erzählte Sachen anders, als Neuberg sie protokolliert hatte.  Das Fass muss noch richtig aufgemacht werden, daran ist mir aus verschiedenen Gründen unbedingt gelegen.

Hackmann ist mir zu einem Rätsel geworden. Er brachte Sachen, die ich ihm nicht zugetraut hatte, in positivem Sinne. Zweifellos ein hoch intelligenter Bursche, in dem weitaus mehr steckt, als er im schriftlichen Vorverfahren gezeigt hat. Der Staatsanwalt wirkt wie der liebste Kerl der Welt, derzeit werden nur die Presse (Ruhr Nachrichten) und die „Zeugen“ der Polizei meinem Bild von Drecksstaat und Drecksgesellschaft noch voll gerecht. Dabei war einer der drei Zeugen von seiten der Polizei auch nicht zu beanstanden: Ein Polizist vom RD, dessen erster Fall meine Cannabis-Pflanzungen war. War übrigens guter Stoff gewesen, aus Qualität und Quantität ergibt sich eine nicht mehr „geringe Menge“.

Derzeit wackelt mein Bild tatsächlich, Richter Hackmann kam selbst auf die Idee, den Amtsrichter Knappmann zu fragen, ob während der Verhandlung am AG Lünen am 07.05. 2007 Staatsschutz im Besucherraum gesessen habe. Antwort: „Ja“. Leider sagte Knappmann auf meine spätere Frage, dass er nicht mehr wisse, wie viele vom Staatsschutz….

Der Besucherraum war an jenem Tage nicht besonders gut gefüllt. Es kann sich beim Staatsschutz im Grunde nur um „Krieger“ & Co. aus dem Winsobo-Forum gehandelt haben. Sollte es Helmut Hackmann um ehrliche Klärung gehen, dann müsste ich mein ursprüngliches Urteil über ihn völlig revidieren.

Ich weiß nicht, was in den Köpfen vorgeht, wenn Dinge nicht mehr konsistent zueinander passen. Vielleicht ist Hackmann ja ein Typ, der nach Eintritt seiner Alterspension erst einmal einen Brief an die Süddeutsche Zeitung schreibt? 🙂

Die mir schlüssigste Erklärung wäre noch die, dass RPM tatsächlich einen Mordsdruck auf die Justiz ausgeübt haben könnte, während nun ein anderer Wind aus Düsseldorf weht.

Ich hatte gestern etwas getan, was ich nur in Ausnahmefällen tue. Es hat mit meinem Glauben und meinem Vertrauen zu den gerechten Frauen zu tun. Der dritte Polizist (a.D.), der noch aussagte, war Dehmel gewesen. 2007 hatte er in Begleitung einer Polizistin ein Gespräch mit mir in meiner Wohnung führen wollen. Ich redete kurz im Treppenhaus mit ihnen, sie hatten mir keinen Rechtsgrund für ihr Aufkreuzen nennen können. Was Dehmel heute im Zeugenstand von sich gab, hatte mit den wahren Gegebenheiten absolut nichts zu tun.

Bullen-Tussi Köppen, Protokollausschnitte von KOK Neuberg und die Aussage von Dehmel gaben meiner Überzeugung, dass eine Polizeireform zu den dringendsten Geboten deutscher Politik gehöre, sofern diese Überzeugung  noch zu steigern gewesen sein sollte, den unzweifelhaft allerletzten Rest.

Die Pflichtanwälte meinten nach einem Gespräch mit dem lieben StA Chancen zu sehen, den Anklagepunkt „Widerstand gegen die Staatsgewalt“ loswerden zu können. Ich will das nicht. Ich will das sauber klären. Ich bin davon überzeugt, diesbezüglich verpflichtet zu sein. Das habe ich sehr unmißverständlich vor Gericht erklärt. Wenn Dreckspolizei schon einmal auf jemanden stößt, der ihre Machenschaften entlarven kann, dann darf dieser jemand sie nicht ungeschoren davon kommen lassen. Mir kommt es nicht darauf an, irgendwem zu schaden, ich will Änderung auf breiter Front in rechtem Sinne. Ich habe mich nicht jahrelang bis aufs Blut terrorisieren und quälen lassen, um dann Dinge nicht zu klären, die einer Klärung unbedingt bedürfen.

Winfried Sobottka, United Anarchists

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