Die Nacktmulle und ein gerechtes Matriarchat


Innerhalb eines Artikels über Thomas Breustedt – LINK –  hatte ich den LINK zu folgendem Foto angegeben:

Dabei erfolgte der Hinweis, dass es sich um  allgemein als hässlich emfundene Tiere handle. Ehrlich gesagt: Ich sehe das selbst nicht so, ich finde sie niedlich. Weil die Tiere einige interessante Besonderheiten aufweisen, die ich schon vor vielen Jahren einem Artikel aus dem SPIEGEL (Print) habe entnehmen können, möchte ich gern ein paar Zeilen über diese Tiere schreiben.

Die Nacktmulle leben unterirdisch in der Sahara, sind äußerst sozial eingestellte Tiere, wobei die Sippe von einem dominanten Weibchen angeführt wird. Es dürfte sich im Falle der Abbildung um das Tier handeln, das seine Zähne drohend zeigt, vermutlich dem Fotografen signalisieren will: „Lasse uns bloß in Ruhe!“

Die Stellung dieses dominanten Weibchens wird durch einen hormonellen Trick gewährleistet: Es hat Drüsen, die bestimmte Hormone produzieren, die an die Umgebungsluft abgegeben werden und die das komplette Tunnelssystem der Wurzel fressenden Nager durchziehen. Diese Hormone docken bei den übrigen Weibchen im Hirn an – und verhindern die Entwicklung jedes sexuellen Interesses in den übrigen Weibchen, das heißt, abgesehen vom dominanten Weibchen leben alle anderen Weibchen sexuell inaktiv, was sie aber eben nicht stört – solange die Hormone eines dominanten Weibchens in ihre Hirne eindringen.

Die Männchen wiederum sind alle sexuell aktiv – das dominante Weibchen lässt sich von allen Männchen der Sippe begatten. Diese Eigenschaften der Nacktmulle stellen es sicher, dass die Vermehrungsrate in engem Rahmen bleibt, denn anders als Kaninchen haben die Nacktmulle kaum natürliche Feinde, die ihre Population begrenzen würden.

Auch der geschilderte Hormon-Trick ist übrigens ein Beleg dafür, dass es sich bei dem drohenden Tier auf dem Bild um das dominante Weibchen handeln dürfte: Wer sich den hinteren Körperteil zwischen Hinterpfote und Schwanz ansieht, dem fällt auf, dass die Haut dort, anders als am übrigen Körper, straff gespannt ist – dass darunter eine Schwellung sein muss. Genau in dem Bereich dürften die Hormondrüsen sitzen, aus denen das dominante Weibchen den Sex-Blocker für die übrigen Weibchen verströmt.

Die Stellung als dominantes Weibchen behält ein dominantes Weibchen bis zu seinem Tode – erst dann entwickelt sich ein bis dahin sexuell inaktives Weibchen zum dominanten Weibchen. Nacktmulle können bis zu 30 Jahre alt werden.

Winfried Sobottka, United Anarchists


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Über belljangler
Dipl.-Kfm. Winfried Sobottka, geb. 16.07.1958 in Waltrop, Kreis Recklinghausen, wohnhaft: Karl-Haarmann-Str. 75 in 44536 Lünen, Tel. 0231 986 27 20

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