Michael S. und Frank B.: Finanzierung der Gewerkschaften ohne Mitglieder / michael sommer, frank bsirske, dgb, verdi, awo, spd, die grünen, die linke, berlin, hamburg, mannheim, koblenz, schwerin, nürnberg


Anarchisten Boulevard: „Hallo, Michael Sommer, hallo, Frank Bsirske. Ein durch einen Song von Joan Baez auch bei uns legendär gewordener Wortführer der Arbeiter, Joe Hill, wurde hingerichtet, nachdem man ihn in einem skandalösen Willkürprozess wegen Mordes verurteilt hatte, den er nicht begangen hatte.

Mein Großonkel Gustav Sobottka gehörte vor etwa 90 Jahren zu den Wortführern der Bergarbeiter im Ruhrgebiet, was zur Folge hatte, dass er einen Arbeitsplatz nach dem anderen verlor, was zugleich bedeutete, dass er dann samt Familie  auf der Straße saß – weil Bergarbeiter in sog. Zechensiedlungen wohnten.  Mit welchen Repressionen haben Sie beide heute zu kämpfen?“

Michael Sommer: „Mitgliederschwund, Mitgliederschwund und nochmals Mitgliederschwund in den Gewerkschaften. Kaum hatten wir Gewerkschaftsführer es geschafft, von den Bossen nicht mehr drangsaliert und bekämpft zu werden, da hauten uns die Gewerkschaftsmitglieder ab….“

Frank Bsirske: „Ja, den Mitgliederschwund nehme ich auch gelegentlich zur Kenntnis, wenn ich mir mal die Mühe mache, am Computer Statistiken einzusehen…. das tue ich aber nicht allzu oft, weil diese Statistiken natürlich keinen schönen Anblick bieten.“

Anarchisten Boulevard: „Ist das nicht ein großes Problem für die Gewerkschaften, wenn sie immer weniger zahlende Mitglieder haben?“

Frank Bsirske: „Das ist ein großes Problem, weil eine angemessene Bezahlung von Gewerkschaftsfunktionären  so natürlich nicht möglich ist.“

Anarchisten Boulevard: „Frank Bsirske, Sie kassieren für sich selbst ca. 230.000 Euro pro Jahr – LINK – ist das nicht angemessen?“

Frank Bsirske: „Hören Sie mal, immer, wenn  Josef Ackermann mir begegnet, steckt er mir blitzschnell einen Essensgutschein in die Jackentasche, und grinst mich gönnerhaft an. Es ist nur der pure Idealismus, der uns Gewerkschaftsführer für so wenig Geld beherzt für die Rechte der Arbeiter, Angestellten und Arbeitslosen kämpfen lässt.

Michael Sommer: „Ja, es ist der pure Idealismus, der uns kämpfen lässt, gegen Vorstände, die zigmal soviel verdienen wie wir.“

Anarchisten Boulevard: „Aber immerhin verdienen Sie noch genug, um sich teure Villen, teure Luxuslimousinen, Maßanzüge usw. leisten zu können. Wie schaffen die Gewerkschaften das, trotz Mitgliederschwund?“

Michael Sommer: „Dank der gesetzlichen Mitbestimmung.“

Anarchisten Boulevard: „Dank der gesetzlichen Mitbestimmung?“

Frank Bsirske: „Ähmmm, ja, Sie wissen doch, dass die gesetzliche Mitbestimmung dazu geführt hat, dass in den Aufsichtsräten jede Menge Arbeitnehmervertreter sitzen. Die sind natürlich alle Gewerkschafter, weil nur wir größere Organisationen in der Arbeitnehmerschaft haben und damit auch bestimmen, wer gewählt wird. Weil unsere Aufsichtsratsmitglieder stattliche Vergütungen erhalten, die sie überwiegend freiwillig an die Hans-Böckler-Stifung abführen müssen, hat die Hans-Böckler-Stiftung unserer Gewerkschaften nicht gerade wenig Geld…

Anarchisten Boulevard: „Gewerschaftsvertreter in den Aufsichtsräten müssen ihre Aufsichtsratsbezüge „freiwillig“ abliefern?“

Michael Sommer: „Nein, das müssen sie natürlich nicht… Aber für ihre Wiederwahl wäre es nicht so gut, wenn sie es nicht täten….“

Anarchisten Boulevard: „Wie bitte? Die gesetzliche Mitbestimmung in den Betrieben ist  ein Instrument, um Gewerkschaften zu finanzieren, denen die Mitglieder weglaufen, weil sie ihre Funktion der Arbeitnehmervertretung nicht sinnvoll ausüben?“

Frank Bsirske: „Ähmmmm,   Brüder zur Sonne,  zur Freiheit…“

Es ist unwahr, dass das Interview stattgefunden hätte. Wahr ist alles andere.

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https://belljangler.wordpress.com/2010/11/06/angela-merkel-an-frank-bsirske-generalstreik-geht-leider-nicht-die-linke-berlin-die-linke-hamburg-die-linke-koln-spd-dusseldorf-die-grunen-stuttgart-verdi-duisburg-verdi-munchen/

Weg mit der SPD, weg mit Hannlore Kraft:

http://hannelorekraft.wordpress.com

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Über belljangler
Dipl.-Kfm. Winfried Sobottka, geb. 16.07.1958 in Waltrop, Kreis Recklinghausen, wohnhaft: Karl-Haarmann-Str. 75 in 44536 Lünen, Tel. 0231 986 27 20

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