Bedingungsloses Grundeinkommen im Praxis-Test!!! / z.K. Herbert Jauch, Frankfurter Rundschau, TAZ, Neues Deutschland, Junge Welt, Annika Joeres, Die Linke Berlin


Wegen der Wichtigkeit des Themas: Übersicht über Beiträge zum bedingungslosen Grundeinkommen in diesem Blog: LINK

Belljangler: „Winfried, es läuft ein Praxistest in Namibia zum bedingungslosen Grundeinkommen:

http://www.fr-online.de/in_und_ausland/wirtschaft/aktuell/2568536_Bedingungsloses-Grundeinkommen-Ein-Dorf-beginnt-zu-wirtschaften.html

Die Ergebnisse scheinen im Widerspruch zu Deinen Ausführungen zur Problematik des bedingungslosen Grundeinkommens zu stehen:

Undurchdacht: Bedingungsloses Grundeinkommen / Petition Bedingungsloses Grundeinkommen, Thomas Straubhaar, Katja Kipping, Die Linke, Sachsen-Anhalt, Magdeburg, Halle, Dessau, Wittenberg, Stendal

Was sagst Du dazu?“

Winfried Sobottka: „Zunächst möchte ich sagen, dass der Artikel in der FR unbedingt lesenswert ist: Informativ, sehr leicht und verständlich geschrieben, angenehm zu lesen. Den sollte man unbedingt lesen.

Dann möchte ich höchstes Lob aussprechen für Herbert Jauch, Gründungsdirektor des namibischen Gewerkschaftsforschungsinstitutes Larri (Namibia’s Labour Resource and Research Institute) und Mitglied der Basic Income Grant Coalition (BIG) in Namibia, der das Ganze offensichtlich auf die Beine gestellt hat: Leute wie er sind wichtiger als Lafontaines, Kippings und Ramelows, viel wichtiger, weil sie praktische Erkenntnisse bringen, Beweise schaffen.   Das hier ist er übrigens, der Herbert Jauch:

Und nun möchte ich die eigentliche Frage beantworten:


1. Das Test-Modell in Namibia wurde in einem Dorf durchgeführt, in dem es zuvor offenbar praktisch gar keine Arbeit gab. Weiterhin ist davon auszugehen, dass das Sozialleben als solches, Familienzusammenhalt usw.,  in einem Dorf in Namibia weitaus besser funktioniert als in der BRD Gesellschaft.

Damit sind zwei wichtige Punkte gegeben, die für die Wirkung eines Mindestlohnes eine Rolle spielen, die im Test-Dorf anders sind als bei uns.

2. Die Beispiele, die Herbert Jauch für das Entstehen neuer Arbeit bietet, beziehen sich auf Arbeiten, die man nicht unbedingt ungern tun muss – es kann Freude bereiten, Brötchen zu backen, damit Menschen, die man mag, Brötchen essen können, das Selbe gilt für die Anfertigung von Kleidung.

Hier kommt genau die Motivation zum Zuge, die Menschen immer schon motivierte – die natürliche Motivation.

Doch wieviele Menschen gibt es in der kapitalistischen BRD-Gesellschaft, die einer Arbeit nachgehen, die sie nur widerwillig ausführen können, der sie nur deshalb nachgehen, weil die kapitalistische Antriebspeitsche, die Angst vor Armut, sie treibt?

Zudem nennt Herbert Jauch nur zwei Beispiele dafür, dass Menschen zusätzlich begannen, zu arbeiten. Das erlaubt keine Aussage über die grundsätzliche Motivationswirkung des bedingungslosen Grundeinkommens, sondern legt einen anderen Schluss nahe: Erst aufgrund des bedingungslosen Grundeinkommens konnten Brötchen und Kleidung im Dorf verkauft werden, weil es vorher keine Kaufkraft gab. Und darum wurden diese Tätigkeiten aufgenommen.

3.  Der Bericht lässt nicht sehr tief blicken. Man weiß nicht, wie gut/schlecht ein Dorfbewohner mit 9 Dollar im Monat dort zufrieden sein kann, man erfährt nichts über die sozialen Strukturen im Dorf, man erfährt nichts die Lebensgrundlage vor dem Grundeinkommen –  kurzum: Man kann es wissenschaftlich nicht wirklich einordnen, die Aussagekraft geht nicht über Dörfer hinaus, die unter vergleichbaren Umständen leben, und eine Quantifizierbarkeit von Wirkungen ist nicht ersichtlich. Es müssten nähere Forschungen betrieben werden, zum Vergleich müssten auch Dörfer mit desolatem Sozialleben einem solchen Versuch unterzogen werden – etwa eine Siedlung der Inuits in Grönland.“

Belljangler: „Kannst Du es mit einem einfachen Beispiel verdeutlichen, dass Erfahrungen in einem Experiment grundsätzlich nur unter den Bedingungen gelten, unter denen sie gemacht wurden?“

Winfried Sobottka: „Dafür gibt es viele einfache Beispiele. Nehmen wir an, eine Pflanze in einem Pflanztopf erhalte zu wenig Dünger. Dann kümmert sie.

Beginnt man nun, Dünger in vernünftiger Dosierung zuzugeben, dann wird die Pflanze erkennbar gedeihen.

Doch schließt man daraus, dass jede Pflanze besser gedeihe, wenn sie zusätzlich gedüngt werde, dann ist dieser Schluss falsch: Wenn eine Pflanze bereits die optimale Menge Dünger erhält, woher auch immer, dann führt jede zusätzliche Düngung nicht zu besserem, sondern zu schlechterem Gedeihen, und starke Überdüngung führt gar zum Stocken des Wasserkreislaufs in der Pflanze und damit zu ihrem Tod.“

Winfried Sobottka, United Anarchists

Impressum

http://kritikuss.over-blog.de/article-hannelore-kraft-verbrecherische-nrw-justiz-und-die-anarchie-thomas-kutschaty-polizei-hagen-rechtsanwalt-dr-ralf-neuhaus-lka-nrw-osta-wolfgang-rahmer-staatsanwaltschaft-hagen-landgericht-hagen-54378588.html

Advertisements

Undurchdacht: Bedingungsloses Grundeinkommen / Petition Bedingungsloses Grundeinkommen, Thomas Straubhaar, Katja Kipping, Die Linke, Sachsen-Anhalt, Magdeburg, Halle, Dessau, Wittenberg, Stendal


Wegen der Wichtigkeit des Themas: Übersicht über Beiträge zum bedingungslosen Grundeinkommen in diesem Blog: LINK

Diplom-Kaufmann Winfried Sobottka für United Anarchists

Wundervolle Frauen, sehr geehrte Männer!

Vorab: Wir, United Anarchists, halten Patriarchat und Kapitalismus best begründet für die beiden Grundübel der Menschheit.

Ferner sehen wir in den  Hartz-Gesetzen  menschenverachtende Instrumente kapitalistischer Versklavungspraxis.

Dennoch sehen wir uns nicht in der Lage, die Forderungen nach einem bedingungslosen Grundeinkommen, wie sie derzeit erhoben werden, zu begrüßen.

Ich möchte das im folgenden begründen, in der Hoffnung, dass über diese Gründe nachgedacht werde und dass sie berücksichtigt werden bei der Entwicklung eines tauglichen Konzeptes. Ein taugliches Konzept ist zwingend nötig, auch wenn es nicht so einfach sein kann wie die Forderung nachen einem bedingungslosen Gruneinkommen X.

1. Zur Machbarkeit eines bedingungslosen Grundeinkommens

Was Karl Marx ca. 1870 in Manchester empirisch bewiesen hatte, ist heute gedankliches Allgemeingut:  Die Kapitalisten brauchen ein Arbeitslosenelend als Antriebspeitsche für die von ihnen Beschäftigten.  je größer und schlimmer das Arbeitslosenelend, desto größer die angst vor Arbeitsplatzverlust, desto größer die Bereitschaft, Lohndumping, unsägliche Umstände der Arbeit zu schlucken und so weiter.

Tatsächlich ist diese Antriebspeitsche, Angst vor Arbeitsplatzverlust,  im Kapitalismus nötig: Ohne sie würde der Kapitalismus nicht effizient funktionieren, ohne sie würde die Motivation der abhängig Beschäftigten sehr gering sein – wie seinerzeit in der DDR. Dort brauchte niemand um seinen Arbeitsplatz zu fürchten, das Ergebnis war: Bezahlte Anwesenheitszeit bei niedriger Produktivität.

Entsprechend werden die Kapitalisten sich jedem Versuch, ein tatsächlich hinreichendes bedingungsloses Grundeinkommen zu realisieren,  mit aller Macht entgegen stellen. Durchaus vergleichbar dem Versuch, Kapital generell zu sozialisieren.

Das bedeutet in einer Lage, in der die Parteien mit Ausnahme evt. der „Die Linke“ und evt. der NPD dem Kapital hörig sind, und davon ist nachweislich auszugehen, dass ein Druckmittel zur Durchsetzung des bedingungslosen Grundeinkommens nötig wäre, mit welchem man die Kapitalisten selbst zum Einlenken zwingen könnte. Man müsste also die Kapitalisten dazu bringen, dass sie sagten: „Ok, unter diesen Umständen nehmen wir das bedingungslose Grundeinkommen lieber in kauf, als dass wir weiterhin diesem Druckmittel ausgesetzt werden!“

Eine Petition, daran besteht kein Zweifel, ist kein Druckmittel in dem erforderlichen Sinne.

Wer also seriös für ein bedingungsloses Grundeinkommen kämpfen will, der müsste Maßnahmen friedlichen Widerstandes vorschlagen, die geeignet wären, den nötigen Druck auf die Kapitalisten auszuüben. Solange es daran fehlt, sind alle Mühen nichts als dummer Kinderkram.

Als Druckmittel in Betracht käme zum Beispiel:

https://belljangler.wordpress.com/zeugungsverweigerung-als-mittel-des-widerstandes/

2. Die Problematik des hinreichenden bedingungslosen Grundeinkommens im Falle der Realisierung

Nehmen wir nun an, ein hinreichendes bedingungsloses Grundeinkommen sei realisiert. Damit wären, der Effekt ist nicht zu beanstanden, sondern eindeutig wünschenswert, die Arbeitslosen, Kleinrentner usw. aus schweren Nöten befreit. Zugleich wäre aber auch die Antriebspeitsche des Kapitalismus erschlafft, die Motivation der abhängig Beschäftigten nicht mehr gewährleistet, denn Arbeitsplatzverlust wäre für sie kein echter Schrecken mehr.

Entsprechend hätte man genau die verhältnisse, an denen der „real existierende Sozialismus“ letztlich scheiterte: Mangelwirtschaft aufgrund fehlender Motivation.

In der DDR kam man früh dahinter, dass es ohne Motivation nicht geht. Darum ging man zu Leistungslöhnen über und setzte dabei Strandards, die aus dem Stand nicht zu erreichen waren. Ergebnis: Volksaufstand am 17. Juni 1953.

Man suchte angestrengt nach einem anderen Mittel, aus der Klammer der Mangelwirtschaft heraus zu kommen, und fand eines, dass man für tauglich hielt: Nicht nur die Männer, sondern auch die Frauen mussten in die Produktion, man wollte die gegenüber dem Kapitalismus geringere Arbeitsproduktivität dadurch kompensieren, dass man einen größeren Teil des Volkes produkti einsetzte.

Diesem Umstand sind die Kindertageskrippen zu verdanken, die anstelle uanbdingbar nötiger Mutter-Kind-Beziehungen als Aufzuchtstationen verwendet wurden, mit der Folge, dass Generationen von Menschen zu sozial unfähigen Psychokrüppeln erzogen wurden, die man nur mit Verfahren heilen könnte, die weder in der DDR noch in der BRD üblich waren/sind:

http://kritikuss.over-blog.de/article-volksbegehren-familienpolitik-der-nackte-irrsinn-45023211.html

Obwohl es der DDR so gelang, einen deutlich größeren Teil ihrer Bevölkerung in produktive Prozesse zu integrieren, schaffte sie es nicht, aus der Klammer der Mangelwirtschaft heraus zu kommen.

Tatsächlich ging sie, hochverschuldet, deshalb unter. Und nicht nur das: Auch die Repressionsmechanismen in der DDR, wie Einsperren des eigenen Volkes hinter Stacheldraht und Mauer, rigorose Zensur, rigorose Verfolgung von Kritikern – sie wären doch nie zur Anwendung gekommen, wenn die Mangelwirtschaft kein empfundenes Problem gewesen wäre! Sie hätten doch gar nicht zur Anwendung kommen müssen! Hätte die DDR-Bevölkerung nicht unter Mangelwirtschaft zu leiden gehabt – was hätte sie denn in den Westen treiben sollen, was hätte denn zu ernstem Unmut führen können? Es hätte also keinen Grund zu politischer Verfolgung gegeben, das System wäre auch bei Duldung von Kritik und offenen Grenzen stabil gewesen!

Und genau hier liegen die Gefahren im Falle der Durchsetzung eines bedingungslosen Grundienkommens, wenn nicht eine andere taugliche Motivation anstelle der kapitalistischen Antriebspeitsche zur Geltung kommt:

Mangelwirtschaft  = > Unzufriedenheit im Volke = > politische Repressionen zur Unterdrückung von Kritik => Staatsdiktatur!

So muss man feststellen, dass, ob den Politikern de „Die Linke“ das zum jetzigen Zeitpunkt bewusst sein mag, oder nicht, sie mit ihren Vorstellungen in dem Falle, das sie die Macht dazu hätten, ihre Vorstellungen umzusetzen, tatsächlich letztlich DDR-Verhältnisse herstellten.

Solange sie nicht klipp und klar sagen können, welche andere hinreichende Motivation sie an die Stelle der kapitalistischen Antriebspeitsche setzen wollen!

Doch über dieses grundlegende Problem des bedingungslosen Grundenkommens macht sich bisher niemand außer uns, United Anarchists, irgendwelche Gedanken, und das erinnert an den „Zauberlehrling“, der mit Mitteln operiert, deren Wirkungen und Nebenwirkungen er weder überschaut noch kontrollieren kann.

3. Konsequenzen aus den dargelegten Problemen

Ein bedingungsloses Grundeinkommen wird es nicht geben, solange nicht entweder das System an sich gestürzt wird, oder starke Druckmittel zivilen Widerstandes zum Einsatz kommen. Eine Petition ist lächerlich.

Weiterhin muss die Problematik tiefer durchdacht werden. Setzt man auf das bedingungslose Grundeinkommen als separate Einzelmaßnahme, dann würde dessen Einführung entweder zu einem diktatorisch-sozialistischen Staat á lá DDR führen, oder dazu, dass das bedingungsloses Grundeinkommen nach krassen Erfahrungen wieder als untauglich revidiert würde – und dann würden die Kapitalisten schreien: „Nun ist es bewiesen, dass es mit dem bedingungslosen Grundeinkommen nicht geht!“, wie sie ja auch das Scheitern der Ostblockstaaten unzutreffend als stichhaltigen Beweis dafür anführen, dass Sozialismus nicht machbar sei.

Wir, United Anarchists, haben in unseren Überlegungen tiefer angesetzt: Wir gehen in unseren Überlegungen einfach vom Menschen aus, von dem, was er von Natur aus will, von dem, was er von Natur aus kann.

Und dabei sind wir auf die stärkste Motivation gestoßen, weitaus stärker als die kapitalistische Antriebspeitsche, die Menschen bewegen kann.

Es ist die Motivation, die das Überkleben unserer Art in härtesten Eiszeiten sicher stellte, vor dem Hintergrund steinzeitlicher Technik-Standards.

Sie wird sehr gut nachvollziehbar beschrieben in der folgenden Kurzgeschichte, die man am Bildschirm lesen oder auch in die eigene Textverarbeitung kopieren kann:

http://www.freegermany.de/apokalypse20xx.html

Mit herzlichen Grüßen im Namen von United Anarchists

Ihr

Winfried Sobottka

Impressum

Was Sie eigentlich gar nicht wissen dürfen:

.

Das deutsche Volk wollte Hitler nicht – warum und wie das Großkapital es dennoch schaffte, dass Hitler zum Diktator wurde

Warum Joseph Goebbels ehrlich davon überzeugt war, dass die Juden ausgerottet werden müssten

In der BRD sitzt ein junger Mann wegen Mordes – absichtlich falsch verurteilt, um Mädchenmörder zu schützen