Annika Joeres – die neue Alice Schwarzer? / Tristane Banon, Dominique Strauss-Khan, ruhrbarone, Papst Benedikt, Uni Bochum


Belljangler: „Winfried, vor ein paar Tagen hattest du Annika Joeres noch sehr gelobt – für einen Artikel über Dominique Strauss-Khan…“

Winfried Sobottka: „Ja, sie hatte offenbar in Frankreich eine Menge Informationen ausgegraben, die hier zuvor nicht zu erhalten waren, die aber ein klares Bild abgeben: Dominique Strauss-Khan ist ein psychiatrischer Fall, wenn die Informationen stimmen, im Sinne eines Triebtäters. Diese Informationen waren wichtig, um ein Komplott ausschließen zu können.“

Belljangler: „Aber nun gefällt es dir doch nicht mehr wirklich, was Annika Joeres da macht?“

Winfried Sobottka: „Sie hat den Artikel an verschiedene Zeitungen verkauft, und eines fehlt immer: Jedes Verständnis für Strauss-Khan, der ja tatsächlich krank sein muss, wenn all die Vorwürfe zutreffen.

Offenbar hat Annika Joeres sich dafür entschieden, Geld zu machen. Ich finde das schade.“

Belljangler: „Was sagst du zu der französischen Journalistin Tristane Banon, die von Strauss-Khan ebenfalls angefallen worden sein will?“

Winfried Sobottka: „Sie gehört jedenfalls zu den Frauen, die besonderen Wert darauf legen, weibliche Sexualreize wild in alle Richtungen zu senden:

Solche Frauen haben eindeutig eine Mitschuld, wenn sie von einem kranken Sextäter angefallen werden, weil sie genau die Reize senden, die seinen Verstand ausschalten.“

Belljangler: „Bist du nun prüde?“

Winfried Sobottka: „Nicht halb so prüde wie Tristane Banon. Frauen, die in alle Richtungen kokettieren, sind nicht die Frauen, die zu einem unverklemmten Sexualleben überhaupt fähig sind – es ist tatsächlich ein klarer Beweis für Unfähigkeit zu einem erfüllten Sexualleben.“

Belljangler: „Derzeit keine Lust, daran weiter zu schreiben, wie Frauen Männer abhängig machen können?“

Winfried Sobottka: „Nein, es wäre irgendwie, wie Perlen vor die Säue zu werfen. Ich glaube auch längst nicht mehr an Reformen der Vernunft, im Grunde brauchte ich gar nicht mehr zu schreiben. Es läuft alles darauf hinaus, dass in absehbarer Zeit die Fetzen richtig fliegen werden, nahezu alle irrsinnigen Entwicklungen geraten zunehmend an ihre Grenzen: Staatsschuldenaufbau+Sozialabbau = Umverteilung zu den Reichen, die Luftgeschäfte von Banken und Großkapital – und die Volkswut steigt und steigt in allen Ländern. Die USA können sich das Kriegführen nicht mehr leisten, und so weiter und so fort.“