Das Erdbeben in Japan, Fukushima und die schreckliche Wahrheit /Norbert Röttgen, womblog, japanische Botschaft Berlin, Neues Deutschland, TAZ, Zentralrat der Juden


Ladies and Gentleman!

Was man so hört, macht einem klar, dass die ganze Wahrheit möglichst nicht ans Licht kommen soll: Betreffend die Zahl der Toten sind offizielle Meldungen aus Japan deutlich geringer als Meldungen, die man in Deutschland serviert bekommt, was die Frage der Kernschmelze im Reaktor Fukushima angeht, so differierten Meldungen zwischen: „Hat schon stattgefunden“, „Wird nicht mehr zu verhindern sein“, „Wird vielleicht eintreten“ und „Wird nicht eintreten“ – je nachdem, wer sich gerade über welches Medium zu Worte meldete.

Ein solcher Cocktail signalisiert dem kritischen Hirn, dass nichts mehr schlimmer sein kann als die Wahrheit in diesem Falle. Damit sind die Folgen kaum noch absehbar, und 20 Km-Evakuierungszonen nur noch Beruhigungspillen für das japanische Volk, wie auch ständige Behauptungen, Radioaktivität sei nur in geringen Mengen ausgetreten.

Was eigentlich passiert ist, wird man an zukünftigen Krebsfällen in der japanischen Bevölkerung und an Missbildungen zukünftiger japanischer Neugeborener ablesen können, dagegen sind die Probleme der Rüchversicherer, die in den letzten Jahren durch eine Großkatastrophe nach der anderen beansprucht wurden und allmählich kurz vor der Pleite stehen dürften, noch Peanuts.

Doch nicht nur Japan wird zu knacken haben, sondern auch alle, die Fisch aus dem Pazifik fangen und verspeisen, und selbst in Nordseeheringen wird sich erhöhte Radioaktivität nach einer gewissen Zeit nachweisen lassen. Es gibt nicht wenige arme Menschen, die auf Pazifikfisch angewiesen sind, die nicht ausweichen können, denen nichts anderes bleiben wird, als sich dem Radioaktivitätsrisiko auszusetzen.

Anders als seinerzeit in Tschernobyl, wo man noch sagen konnte: „Ja, die Reaktoren entsprachen ja auch nicht westlichen Standards“, hat man es in Japan mit einem der Top-Länder in Sachen Hochtechnologisierung zu tun, zweifellos waren die Reaktoren „erdbebensicher“ gebaut, und jedenfalls ist nun etwas eingetreten, womit niemand gerechnet haben will und woran demnach auch niemand Schuld tragen kann,

Während es in Japan offenbar zumindest weit über 1.000 Tote gibt, zigtausend Überlebenden das ohnehin erbärmliche Leben im System der japanischen Gesellschaft durch schwere Verluste, traumatische Belastungen und Ängste noch weiter zerschmettert wurde, sitzen EuropäerINNEN mit Knabbercocktails vor der Glotze und sehen dem Ganzen zu, als wäre es ein spannender Spielfilm.

Als ich Bundesumweltminister Röttgen heute ins Radio faseln hörte, seine Formulierungen waren eine Offenbarung, wurde mir endgültig klar, dass die Menschen der Welt wieder einmal verarscht werden sollen.

Natürlich ist nach Röttgens Worten aus deutscher Sicht kein Grund zur Unruhe gegeben, schließlich sei Japan ja „weit genug“ entfernt. Sicherlich ist die Entfernung gigantisch, wenn man sich die Frage stellt, wie lange man wandernd und schwimmend unterwegs wäre, um etwa vom Sauerland nach Yokohama zu gelangen, aber die Halbwertszeiten radioaktiver Substanzen gehen selbst über die Dauer einer solchen Reise nach Japan um Faktor 1000 hoch X hinaus, und die Radioaktivität verbreitet sich atmosphärisch wie ozeanisch.

Zudem wird wieder einmal völlig ausgeblendet, dass eine systematische Ursache dahinter steckt, die solche und andere Katastrophen aufgrund von Erdbeben zunehmend wahrscheinlicher macht. Nach jeder noch so schlimmen Katastrophe ist die Haltung der Politiker und Medien über kurz oder lang: „Abgehakt. Wird schon nicht wieder passieren.“

So stellt sich ernsthaft die Frage, wie viele und wie schlimme Katastrophen wir noch brauchen, um letztlich zur klaren Sicht der Dinge zu gelangen und grundlegende Änderungen politischer Art vornehmen zu können, die wenigstens den Genozid aller höheren Arten womöglich noch verhindern können.

Seit mindestens 40 Jahren wird massiv vor dem menschlich gemachten Klimawandel und vor anderen Formen der Umweltzerstörung gewarnt, einzige Konsequenz: Eine Armada von korrumpierten Wissenschaftlern, Medien und Politikern agitiert gegen entsprechende Kritiken und Kritiker.

Ich sage es nicht gern, aber unter den gegebenen Umständen müssen wir alle froh sein, dass es zu der Katastrophe in Japan kam, wir müssen froh sein, wenn Los Angeles durch ein Erdbeben ausradiert wird, wir müssen froh sein, wenn ein Erdbeben ein paar KKWs am Rhein hochgehen lässt oder Norddeutschland im Wasser absäuft, wir müssen froh sein, wenn Schanghai weg gespült wird und so weiter – wir müssen über solche wirklich schlimmen Katastrophen solange froh sein, bis weltweit begriffen wird, dass wir alle auf dem Weg zum Untergang der menschlichen Art sind und absolut keine Alternative zum Umsteuern im Sinne wahrer Vernunft haben, anstatt unersättlicher Machtgier perverser Machteliten die weitere Zerstörung unserer Lebensgrundlagen zu gestatten.

Liebe Grüße

Dipl.-Kfm. Winfried Sobottka, UNITED ANARCHISTS und Order of ?

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