Wirtschaftsexperte Winfried Sobottka: Griechenlands Marsch in die Sklaverei, Teil II / Angela Merkel, Winfried Kretschmann, Per Poulsen-Hansen,Jorgo Chatzimarkakis, Die Grünen Stuttgart, Die Grünen Baden-Württemberg


Belljangler: Wirtschaftsexperte Winfried Sobottka, schon im Januar 2011 hattest Du erklärt, dass ein Schuldenschnitt im Falle Griechenlands den Marsch in die Sklaverei des Landes bedeutete: Gläubiger würden Verluste hinnehmen müssen, damit würde die Bereitschaft, Griechenland zukünftig Geld zu leihen, dramatisch sinken, damit wäre Griechenland vollends an der Sklavenkette von IWF und EU, weil es sich am Markt kein Geld mehr leihen könne:

https://belljangler.wordpress.com/2011/01/28/griechenlands-marsch-in-die-sklaverei-umschuldung-z-k-annika-joeresdimitris-rallis-simon-mcdonald-per-poulsen-hansenzentralrat-der-judensabine-leutheusser-schnarrenbergerangela-merkelrenate/

Nun ist in der Presse nachzulesen, der Zinssatz für zweijährige griechische Staatsanleihen sei auf 18% gestiegen:

http://wp.me/p1i9jU-5q

Was heißt das?“

Winfried Sobottka: „Dass die Kurse der Griechenland-Anleihen gesunken sind, weil Gläubiger befürchten, ihr Geld nicht oder nicht vollständig zu erhalten, wenn Zahlungen fällig sind. Da der sog. Nominalzins von Anleihen sich auf den Ausgabekurs bezieht, steigen die rechnerischen Zinsen, wenn der Börsenkurs fällt. Letzteres ist offensichtlich geschehen, und zwar in dramatischem Maße.“

Belljangler: „Bedeutet das, dass Griechenland derzeit 18% Zinsen zahlen müsste, wenn es Staatsanleihen mit zweijähriger Laufzeit herausgeben würde?“

Winfried Sobottka: „Genau das bedeutet es, wobei auch das keine Garantie dafür wäre, dass die Anleihen in vollem Umfange vom Markt aufgenommen würden. Dabei hat es bisher nicht einmal einen Kapitalschnitt gegeben – man kann sich also ausmalen, was nach einem Kapitalschnitt los wäre.“

Belljangler: „Du hältst auch nichts von dem, was Griechenland tut, um aus der Misere herauszukommen, nämlich von dem hier:

http://altermedia1de.wordpress.com/2011/04/11/artikel-stern-papandreou-marz-2011-und-rustungsgeschafte-deutschlands/

Warum ist es falsch, dass Griechenland nun spart?“

Winfried Sobottka: „Das Sparprogramm geht in vollem Umfang zu Lasten der griechischen Binnennachfrage. Damit trifft es nicht nur diejenigen, an denen direkt gespart wird, sondern zugleich die griechische Binnenwirtschaft. Griechenland ist unter die Räuber geraten, und wird dabei von einer verblödeten und zweifellos korrupten griechischen Machtelite regiert, in der es vor allem darauf anzukommen scheint, dass man Papandreou heißt, wenn man Ministerpräsident werden will.“

Belljangler: „In und angeblich für Griechenland wird derzeit alles falsch gemacht?“

Winfried Sobottka: „Es läuft ein Monopoly-Spiel, bei dem das deutsche Großkapital sich u.a. Griechenland unter den Nagel reißen will. Im Sinne dieses Monopoly-Spieles läuft alles richtig.“

Belljangler: „Du bist nach wie vor davon überzeugt, dass Griechenland zur Drachme zurückkehren sollte: http://www.die-volkszeitung.de/00-wipo/2011-maerz/00-griechenland-braucht-drachme.html

oder hat sich daran etwas geändert?“

Winfried Sobottka: „Die Argumente gelten nach wie vor. Aber das allein kann Griechenland nicht retten.“

Belljangler: „Was könnte Griechenland retten?“

Winfried Sobottka: „Es müsste ein Gesamtkonzept her, dessen Kern darin bestünde, soviel wie möglich vom griechischen Bedarf in Griechenland zu erzeugen und darüberhinaus auf lukrative Exportnischen zu setzen, um mittelfristig eine ausgeglichene Außenhandelsbilanz zu erreichen. Derzeit hat Griechenland eine extrem hohe Arbeitslosigkeit, importiert andererseits Unmengen an Gütern, die die Griechen selbst herstellen könnten. Der Wahnsinn ist also auch für diejenigen offenbar, die sich zwar keine wirtschaftswissenschaftlichem Kenntnisse angeeignet haben, aber über gesunden Menschenverstand verfügen.“

Belljangler: „Wäre ein dafür nötiges Konzept innerhalb der EU umsetzbar?“

Winfried Sobottka: „Nein, das wäre es nicht. Es müssten u.a. Handelsschranken aufgebaut werden, um einheimische Anbieter vor ausländischen Billigkonkurrenten zu schützen.“

Belljangler: „Wären die Probleme mit der EU die einzigen, die es mit einem solchen Konzept gäbe?“

Winfried Sobottka: „Nein, ein wirklich sinnvolles Konzept würde auch dem griechischen Großkapital nicht gefallen. Um Selbstversorgung bestmöglich zu gewährleisten, müsste eine relativ gleichmäßige Einkommensverteilung stattfinden, weil das die Konsumquote maximieren würde, damit über Nachfrage den Produktionsanreiz schaffte. Das will das griechische Großkapital natürlich nicht – sie wollen am liebsten alles für sich.“

Belljangler: “Es wird nicht zu einer vernünftigen Lösung des griechischen Problems kommen?“

Winfried Sobottka: „Nach meiner Überzeugung jedenfalls solange nicht, solange es dort nicht zu einer Revolution kommt.“

Belljangler: „Wie wird es weitergehen?“

Winfried Sobottka: „Griechenland wird „entsparen“, der Staat wird sein Tafelsilber verkaufen, das Volk seine Häuser und Grundstücke usw., das Volkseinkommen wird preisbereinigt in den Keller gehen und Griechenland wird bald dem Großkapital gehören.“

Belljangler: „Wird die Rechnung des Großkapitals letztlich aufgehen?“

Winfried Sobottka: „Nach meiner Überzeugung tut das Großkapital mehr für eine kommunistische Weltrevolution, als Karl-Marx, Lenin usw. es jemals gekonnt hätten.“

Liebe Grüße

Dipl.-Kfm. Winfried Sobottka, UNITED ANARCHISTS und Order of ?

http://www.freegermany.de/apokalypse20xx.html

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Über belljangler
Dipl.-Kfm. Winfried Sobottka, geb. 16.07.1958 in Waltrop, Kreis Recklinghausen, wohnhaft: Karl-Haarmann-Str. 75 in 44536 Lünen, Tel. 0231 986 27 20

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